Die Haut ist unser größtes Organ, und sie verändert sich ein Leben lang. Die allermeisten Flecken und Muttermale sind harmlos. Trotzdem ist Hautkrebsvorsorge wichtig, denn früh erkannt ist Hautkrebs in vielen Fällen gut behandelbar. Zwei Bausteine gehören dazu: der regelmäßige Blick auf die eigene Haut und das ärztliche Screening.
Die ABCDE-Regel für Muttermale
Diese einfache Merkhilfe zeigt dir, bei welchen Muttermalen du genauer hinschauen solltest:
- A wie Asymmetrie: Das Mal ist nicht gleichmäßig rund oder oval.
- B wie Begrenzung: Der Rand ist unscharf, ausgefranst oder unregelmäßig.
- C wie Colour: Das Mal hat mehrere Farbtöne oder ungewöhnlich dunkle Bereiche.
- D wie Durchmesser: Es ist größer als etwa fünf Millimeter.
- E wie Entwicklung: Es verändert sich in Größe, Form, Farbe oder Höhe, juckt oder blutet.
Trifft eines dieser Merkmale zu, heißt das nicht automatisch, dass etwas Ernstes vorliegt. Es ist aber ein guter Grund, die Stelle ärztlich ansehen zu lassen. Auffällig ist auch ein Muttermal, das ganz anders aussieht als alle anderen, das sogenannte hässliche Entlein.
Muttermal verändert sich: Was tun?
Verändert sich ein Muttermal, wird es größer, dunkler, erhaben oder beginnt es zu jucken oder zu bluten, vereinbare zeitnah einen Termin in einer Hautarztpraxis. Warte damit nicht auf das nächste reguläre Screening. Eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop ist schmerzfrei und dauert meist nur wenige Minuten.
Die Selbstuntersuchung
Nimm dir etwa einmal im Monat ein paar Minuten Zeit, am besten nach dem Duschen und bei gutem Licht. Ein großer Spiegel und ein Handspiegel helfen bei Rücken, Kopfhaut und Fußsohlen. Vergiss auch Stellen zwischen den Zehen und unter den Nägeln nicht. Fotos mit dem Smartphone erleichtern es, Veränderungen über die Zeit zu vergleichen.
Wer seine Haut kennt, bemerkt Veränderungen früher. Das ist die wirksamste Vorsorge, die du selbst in der Hand hast.
Hautkrebs-Screening: Was die Krankenkasse übernimmt
Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening. Dabei wird die gesamte Haut einschließlich Kopfhaut untersucht. Viele Kassen bieten die Untersuchung zusätzlich schon früher an, es lohnt sich nachzufragen. Einen Überblick über weitere Untersuchungen findest du in unserem Beitrag zu den Vorsorgeuntersuchungen für Frauen.
Wer ein höheres Risiko hat
Ein erhöhtes Risiko haben Menschen mit sehr heller Haut, vielen oder auffälligen Muttermalen, häufigen Sonnenbränden in der Kindheit und Fällen von Hautkrebs in der Familie. Sie sollten besonders aufmerksam sein und die Abstände der Kontrollen mit der Hautärztin besprechen.
Sonnenschutz bleibt das Wichtigste
Ein hoher Lichtschutzfaktor, Schatten in der Mittagszeit und Kleidung, die die Haut bedeckt, schützen am besten. Solarien sollten gemieden werden. Sonnenschutz gehört deshalb in jede Hautpflege, unabhängig vom Hauttyp. Ausführliche, unabhängige Informationen bietet der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums unter krebsinformationsdienst.de.
Häufige Fragen
Ab wann zahlt die Krankenkasse die Hautkrebsvorsorge?
Gesetzlich Versicherte haben ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening. Manche Krankenkassen übernehmen die Untersuchung auch schon früher.
Was ist die ABCDE-Regel?
Die ABCDE-Regel hilft, auffällige Muttermale zu erkennen: Asymmetrie, unscharfe Begrenzung, mehrere Farben (Colour), Durchmesser über etwa fünf Millimeter und Entwicklung, also Veränderung.
Wann sollte ich mit einem Muttermal zum Hautarzt?
Wenn ein Muttermal eines der ABCDE-Merkmale zeigt, sich verändert, juckt oder blutet oder wenn eine neue Hautstelle anders aussieht als alle anderen. Dann lieber zeitnah einen Termin vereinbaren.
Wie läuft ein Hautkrebs-Screening ab?
Die Ärztin untersucht die gesamte Haut einschließlich Kopfhaut und Schleimhäuten mit bloßem Auge, oft ergänzt durch ein Auflichtmikroskop. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert meist nur kurz.



